Leider ist es oft der Fall, dass die Menschen, die in Kapstadt Opfer eines Verbrechens werden, es den Tätern zu einfach machen – einfach weil sie sich in gefährliche Situationen begeben, zu höflich sind oder keinen Widerstand leisten. Wir hoffen, dass diese Information Ihnen helfen, dies zu vermeiden. Dies beinhaltet eine realistische Sicht darauf, was zu tun ist, falls Sie in eine solche Situation geraten sollten.

Südafrika hat elf offizielle Sprachen und es gibt keine universell gültige Kultur. Es gibt also kein Regelwerk, das für alle gilt, was jeweils als höflich und was als unhöflich gilt. Wegen seiner Geschichte und kosmopolitischen Natur ist es in Kapstadt noch erschwert, da es eine große muslimische Bevölkerung (beinahe die Hälfte von SA, 550000 Menschen sind muslimisch), eine einflussreiche und gut eingebettete deutsche Gemeinschaft und eine dauerhaft beträchtliche Anzahl von amerikanischen und britischen hier wohnhaften Ex-Patrioten gibt. Folglich sind die Einwohner von Kapstadt sehr tolerant und akzeptieren die sie umgebende Vielfalt. Falls eine Situation, ein Vorschlag oder eine Verhaltensweise Ihnen aus irgendeinem Grund unangenehme Gefühle bereitet, sollten sie dies aussprechen – dies wird wahrscheinlich auch von Ihnen in einem solchen Fall erwartet.

Die afrikanische Kultur ist im Allgemeinen sehr berührungsintensiv – Berührungen sind ein integraler Bestandteil der Kommunikation. Der persönliche Individualraum ist sehr viel kleiner als es die gewohnte Distanz bei Europäern ist. Folglich könnte sogar ein Fremder Ihre Hand halten oder Ihr Handgelenk berühren, während er Sie anspricht. Das sollte in aller Regel nur ein leichter Griff sein und Ihre Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Falls es Ihnen unangenehm ist, sollten Sie auf sanfte Art und Weise Ihre andere Hand dazu benutzen, die Hand des- oder derjenigen von Ihnen fortzuführen, ohne dies zu kommentieren oder den-/diejenige zu beleidigen. Falls Sie sich unsicher fühlen, dann ist eine formelle und höfliche Nachfrage, die Hand von Ihnen zu lassen oder Ihnen mehr Freiraum zu lassen, auch völlig okay – wenn klar ist, dass keine Feindseligkeiten im Spiel oder beabsichtigt sind.

Sofern eine klar ausgesprochene Bitte ignoriert wird, so ist Ihre Besorgnis begründet und Sie können im nächsten Schritt etwas aggressiver vorgehen, um sich selbst zu schützen. Im Allgemeinen werden Leute in Kapstadt TATSÄCHLICH zu Hilfe eilen, wenn Sie in Not geraten. Seien sie sich bewusst, dass die Bewohner von Kapstadt jemanden, von dem sie kriminelle Absichten annehmen, sehr grob behandeln werden. Auch offizielle Sicherheitskräfte neigen dazu, körperlich hart durchzugreifen, um das Gesetz durchzusetzen. Das ist eine Reaktion auf die hohe Kriminalitätsraten und eine Antwort auf die ständige Gefahr, der sie selbst täglich gegenüberstehen – mehr als 100 SAPS-Mitglieder werden jedes Jahr im Dienst getötet.

Abgesehen von körperlichen Angriffen, um an ihr Geld und ihre Wertsachen zu kommen, gibt es auch ausgeklügelte Betrugssysteme. Nehmen Sie keine Hilfe von Personen an, wenn Sie einen Geldautomaten benutzen. Wenn sich Ihre Karte nicht einstecken lässt, rufen Sie den 24-Stunden-Gratis-Service über die Nummer an, die unmittelbar auf dem Display erscheint. Außerdem sollten alle Überweisungen vom Girokonto und der Kreditkarte in Ihrem Beisein unternommen werden. Fast alle Lokalitäten haben Hand betriebene Terminals, um die Vorgänge direkt bei Ihnen zu authorisieren.

Falls Sie wirklich Hilfe benötigen, dann gibt es zwar keine zuständige Touristenpolizei, jedoch gibt es verschiedene Arten der Polizei, an die Sie sich wenden können. Jede Rechtsdurchsetzung wird durch eine bestimmte Mentalität geprägt und diese kurze Zusammenfassung könnte Ihnen helfen.

Private und öffentlich-private Sicherheit

Es gibt tausende Sicherheitspersonalmitarbeiter, die für private Unternehmen in Kapstadt arbeiten. Viele von ihnen sind große Unternehmen die hunderte von Haushalten als Kunden in bestimmten Vororten haben und sie alle bieten Standardsicherheitsdienstleistungen an. Viele sind bewaffnet und diese Sicherheitsfirmen werden Ihre Macht nutzen und Ihnen auf die Art und Weise helfen, wie sie es können. Falls notwendig, werden Sie auch Ihren Zugang zu den Diensten des SA Police Service sicherstellen.

Einige Vororte (fast alle, wo Touristen für gewöhnlich besuchen) sind ausgezeichnet als “City improvement Districts” – bemerkenswerterweise haben sie alle eine privat-finanzierte, aber quasi-öffentlich lokal aktive Polizeieinheit. Diese Leute sind unbewaffnet, aber sie haben direkten Kontakt mit den SAPS und tragen Verteidigungswaffen, wie zum Beispiel Knüppel, Pfefferspray und Handschellen. Ihr Job ist es, vorsorgend den Ruf der Gegend, in der sie eingesetzt sind, zu verbessern. Man kann sich auch mit kleineren Angelegenheiten an sie wenden.

Metro Police

Kapstadts Großstadtregierung (ein erweitertes Bürgermeisteramt) stellt seine eigenen Polizeieinheiten. Sie tragen Kappenmützen und beigefarbene oder blaue Hemden mit braunen Hosen und Schuhen. Sie sind dazu ermächtigt, Menschen zu suchen und sie zu verhaften. Jedoch händigen sie alle Verdächtigen der SAPS zur Untersuchung und Strafverfolgung aus. Sie sind besonders sensibilisiert für die Bedürfnisse der Touristen und Besucher, aber auch mit kleineren Gesetzesvollzügen wie Müllentsorgung und Lärmbelästigungen beschäftigt. Folglich scheinen sie geringere Autorität zu besitzen, aber sie werden Ihnen bei allen Notwendigkeiten aktiv und anstandslos helfen.

Vielleicht haben Sie von der Studie des Lead SA gehört, welche bestätigt, dass bis zu 25% der Johannesburger Metro Police Mitarbeiter in Bestechungen verwickelt sind. Dieselbe Umfrage ergab, dass von 200 Bestechungen nur drei der Metro Police von Kapstadt zuzurechnen waren. Sie sind sehr darauf bedacht, ihr Ansehen zu bewahren und jeder Versuch einer Bestechung wird wahrscheinlich die stärkstmögliche Gegenreaktion hervorrufen. Genauso können sie einem Metro Officer Bericht erstatten, wenn Sie das Gefühl haben, dass Bestechung von Ihnen erwartet wird – sie werden ihre Rechte und Sicherheit schützen, so dass die Korruption nicht ausufert.

SA Police Service (SAPS)

Angehörige des SAPS tragen leicht unterschiedliche Uniformen, aber jede besteht aus einem blauen Anzug mit einem sechszackigen Stern, der der auffällig ist. Abgesehen von einigen Beispielen von Korruption und kriminellem Verhalten einiger hoher SAPS-Beamter zu Beginn, sind die meisten Polizeibeamten nur gewöhnliche, hart arbeitende Leute, die eine schwierige Arbeit erledigen.

Nicht jedes Polizeirevier ist gleichermaßen mit Ressourcen ausgestattet. Viel wichtiger für Touristen ist die Tatsache, dass die Angehörigem des SAPS nicht immer auf die spezifischen Bedürfnisse, welche eine Auslandsreise für Sie mitbringt, abgestimmt sind. Wir empfehlen, dass sie sich an die Polizeireviere wenden, wo sich Touristen meistens aufhalten. Dort haben die Mitarbeiter Erfahrungen mit diesen besonderen Erfordernissen und dem besonderen Druck, unter dem Sie stehen. In manchen Fällen unterhalten sie eine Beziehung zu dem lokal ansässigen diplomatischen Personal anderer Länder und können Ihnen hiermit helfen.

Diese Stationen sind:

Cape Town Central* Corner of Buitenkant and Albertus, Cape Town CBD 021 467 8000 /1 /2
Cape Town Airport Between International and Domestic Terminals, Cape Town Airport 021 927 2900
Sea Point Corner of Stanley and Bay Roads, Green Point/Sea Point 021 430 3700
Camps Bay Victoria Road,Camps Bay, opposite Camps Bay Swimming Pool 021 437 8140

*In 2008, consultancy firm PMR Africa identified the Cape Town Central police station as the most effective in the entire country.